::: Kinderteller


Diese Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit den Elementen: Kinder und Gewalt. Es sind Kinderteller mit amputierten und anmodellierten Puppenärmchen und –beinchen

Die Gewalt wird nicht in kurzfristig schockierenden Bildern dargestellt, sondern versteckt sich hinter dem jungfräulichen Weiss der Porzellanpuppenglieder, und darf ruhig erst auf den zweiten Blick erkennbar sein. Durch die anmodellierten Gliedmassen werden die Teller zu Körpern welche an kleine, geschlagene Kinder erinnern, denn jeder Teller zeigt Teile eines durch Gewalt zerstörten Kinderspielzeuges. Die Niedlichkeit der Spielzeugelemente wird überschattet vom Verweis auf die Gewalt.

Entweder ist die Gewalteinwirkung nur angedeutet durch eine abwehrende Geste oder klar erkennbar in der Deformation der Gliedmassen.

Die Puppenärmchen und -beinchen symbolisieren einerseits die Gewalt, die an Kindern ausgeübt wird, anderseits sind sie ein Hinweis auf die Gewalt, die in manchen Kinderspielzeugen zu finden ist.

Der Entstehungsprozess meiner Teller war ein Drahtseilakt, an (Moral)-Gefühle zu appellieren, ohne zu verletzen und doch verstanden zu werden ohne im vordergründig Komischen stecken zu bleiben.

 

Porzellan glasiert
1280°C gebrannt
Durchmesser ca. 16 cm